Die Beerdigung des Flughafens Mönchengladbach ist erst einige Monate
her, da ist der Tote auferstanden – und zwar schöner und gesünder als bisher.
Das ist nicht eine vorweg genommene Ostergeschichte, sondern die Tatsache,
dass die Eigentümer, den überflüssigen Flughafen zu einer Destination für
Geschäftsflieger ausbauen möchten. Und dafür will man 25 Millionen Euro
investieren.
Nicht ohne Grund, denn ein Gutachten des Deutschen Zentrums für Luft- und
Raumfahrt (DLR) sagt, dass der Flughafen rentabel geführt werden könnte. Doch
dafür müssten mindestens die genannten 25 Millionen Euro in den Ausbau
investiert werden.
In vorweihnachtlicher Stimmung wurden schnell Aufsichtsrat und
Gesellschafterversammlung einberufen, die mit diesem Überraschungsgeschenk
nicht gerechnet hatten. So wurde lediglich abgenickt, dass die 1240 Meter
lange Start- und Landebahn auf 1850 Meter verlängert werden soll. Was
jedoch noch fehlt, ist eine Machbarkeitsstudie, die Überschneidungen mit dem
Flughafen Düsseldorf berücksichtigt.
Im Gutachten und in der wirtschaftliche Analyse hat man das Jahr 2007 als
Grundlage genommen. Was jedoch kaum berücksichtigt wurde ist die Tatsache,
dass niemand vorhersehen kann wie sich die Zukunft der Luftfahrt überhaupt
gestalten wird, auch nicht, wie sich die Geschäftsfliegerei in Zukunft
entwickelt.
Geht der heutige Trend des starken Rückgangs weiter, dann wird sich
Gladbach niemals rechnen. Da muss man kein Prophet sein. Doch die
Politiker sind begeistert. Der Landtagsabgeordnete Post prognostiziert mehrere
Hundert Arbeitsplätze und erwartet, dass sich zahlreiche Wartungs-Firmen
ansiedeln werden. Und der Mönchengladbacher OB hätte am liebsten seine Stadt
beflaggt und sprach von einem vorgezogenen Weihnachtsgeschenk. Vom Management
des Düsseldorfer Flughafens hörte man noch gar nichts, obwohl sie noch
vertraglich bis zum Jahre 2013 an den Flughafen in Gladbach gebunden sind. Das
erstaunt wiederum nicht, denn die Manager aus Düsseldorf kennen den Markt
genau – und vor allem die Risiken.
Man sollte den Verantwortlichen in Mönchengladbach empfehlen, sich einmal
mit den Betreibern von Flughäfen gleicher Größe unterhalten. Da ist nichts
mehr von Optimismus zu spüren – und manche haben gar ihre wirtschaftliche
Existenzberechtigung verloren und hängen am Tropf der Steuerzahler. Die Gefahr
eines weiteren Millionengrabes ist mehr als realistisch.
Quelle: http://www.airline-bewertungen.eu/airlinenews/airlinenews-1137.html